Ich und der Andere

Moi et l'Autre

Zeitraum: 2015 / 2016

Romain-Rolland-Gymnasium Dresden · Dresden · Sachsen
25 Schüler*innen · 13 - 14 Jahre
Collège François Broussais · Dinan · Rennes
25 Schüler*innen · 13 - 14 Jahre

  • Artenvielfalt
  • Deutsch-französische Beziehungen
  • Diversität
  • Europa
  • Fremdsprachen
  • Geschichte / Traditionen
  • Interkultureller Dialog
  • Jugend und Zukunft
  • Kulturelles Erbe / regionale Identität
  • Kunst
  • Literatur
  • Medien / Kommunikation
  • Migration
  • Sexualpädagogik
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortung der Generationen

Die Lernenden sollen sich, ausgehend von ihrer eigenen Identität und der Vorstellung der eigenen Person, ihrer Grenzen, Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten innerhalb der Austauschgruppe bewusst werden. Kenntnisse aus der Entwicklungspsychologie des Jugendalters lassen sie ihren eigenen Entwicklungsprozess leichter verstehen und Anderen im selben Alter mit weniger Angst begegnen. Das Definieren der eigenen Identität geht immer auch über Abgrenzung von Anderen, sei es den Eltern, den Lehrern oder der Peergroup. Dabei sollen sie verstehen, warum Andersartigkeit Angst machen kann, Diversität aber als positiven und bereichernden Aspekt für eine Gemeinschaft erfahren lernen.
Im Rahmen der aktuellen Debatte zur Immigration und Flüchtlingskrise ist gerade in Dresden viel in Bewegung. Während PEGIDA die Seite der skeptischen, islamfeindlichen Bevölkerung vertritt, sind es immer mehr Jugendliche, die sich in Vereinigungen für mehr Respekt und Toleranz auf die Straße gehen.

Im Rahmen der aktuellen Debatte zur Immigration und Flüchtlingskrise ist in Europa und gerade in Dresden viel in Bewegung. Während PEGIDA die Seite der skeptischen, islamfeindlichen und teilweise auch ausländerfeindlichen Bevölkerung vertritt, sind es immer mehr Jugendliche, die sich in Vereinigungen für mehr Respekt und Toleranz auf die Straße begeben. Es ist wichtig, dass gerade Jugendliche Demonstrationen und Kundgebungen als Instrument der öffentlichen Meinungsäußerung kennen und nutzen lernen
Das Projektthema ist deshalb von politischer und gesellschaftlicher Relevanz, gerade im Bundesland Sachsen und gerade in Dresden, das weltweit mehr und mehr den Beruf einer ausländerfeindlichen Stadt wahrgenommen wird.
Das übergeordnete Lernziel der interkulturellen Kompetenz wird nicht nur im Rahmen des Austausches aber auch im direkten Umfeld zu einer Realität und Herausforderung im Alltag. Wie kann das Zusammenleben in einer Stadt, in einem Europa aussehen, das Angst vor Fremden hat?

Aktivitäten


Vorbereitung

Eine Begegnung der Lehrkräfte zur inhaltlichen Vorbereitung fand im Rahmen der letzten Austauschbegegnung im Juni 2015 statt. Das Projekt wurde vom Projektteam grob skizziert und die erste Gruppenbegegnung, Auswahl der inner- und außerschulischen Partner geplant und vorbereitet. Nach den Sommerferien begann die Phase der Vorbereitung mit den Schülern, in der über erste Brainstormings, Themenfindungen, Recherche, Unterrichtsarbeit etc. das Thema theoretisch erarbeitet wurde.  Allein die Erstellung der Kennenlernbriefe und die dabei zu bewältigende Aufgabe, sich (mit Vorlieben, Abneigungen, Ängsten und Wünschen) für eine fremde Person zu beschreiben, ist eine Vorbereitung auf das Projektthema.

Es finden auf beiden Seiten mehrere Projekttreffen der jeweiligen Lehrerteams und Schülergruppen statt, in denen die inhaltliche Recherche und Spracharbeit, sowie die Unterthemenwahl abgeschlossen und via Skype und Wikispace kommuniziert wird. Die Schüler arbeiteten in Paaren oder Gruppen vor Ort und virtuell über Email, Skype und das Wikispace.  Die Projektgruppen finden sich entweder auf diesem Weg oder werden zu einem Pärchen mit ähnlichem Thema zugeordnet, mit dem sie sich auf ein Thema einigen müssen. Zusätzliche Austauschtreffen werden zusätzlich zur Arbeit im Unterricht abgehalten (siehe Anhang Unterthemen, créer un site, description du projet und Plan Austauschnachmittage).

Die Schülerinnen sind in allen Phasen des Austausches und der Projektarbeit aktiv eingebunden und wählen die zu bearbeitenden Themen und Medien möglichst selbstständig. Die Lehrer und außerschulischen Kooperationspartner stehen ihnen dabei beratend zur Seite. Somit übernehmen die Lernenden von Anfang an Verantwortung für ihren Lernprozess, ihren Austausch und ihre Projektarbeit.

Begegnung

Die erste Begegnung am Ende diesen Schuljahres beinhaltet ein von den Schülern, Lehrern und außerschulischen Partnern zusammengestelltes Programm mit Exkursionen und zwei Projekttagen (siehe Programm im Anhang). Ein Tag wird zu einer projektgebundenen Exkursion unter Anleitung einer Theater- oder Tanzpädagogin oder Künstlerin zum Thema genutzt. Außerdem sind Interviews und Dokumentationen in Form von Fotos im Stadtleben geplant. Der zweite Tag dient der Fortführung und Beendigung der Projektarbeit und schließt mit der Präsentation ab. Das restliche Programm besteht aus einem gemeinsamen Unterrichtstag, Besuch von Ausstellungen und sportlichen Aktivitäten zum Thema.

Die Schüler werden in binationalen Gruppen an ihren Unterthemen arbeiten, nachdem sie sich dazu in der vorhergehenden Phase des virtuellen Austausches und der Recherche  mit ihren Gruppenmitgliedern entschieden haben. Sie arbeiten selbstbestimmt, organisieren sich die Zeit, Medien, Unterstützung und wählen ihr zu erstellendes Produkt. Sie planen die Präsentation und gestalten den Präsentationsabend eigenständig. Außerdem schulen sie ihre Fertigkeit Gespräche und Interviews zu führen und ihre eigene Biografie mit filmischen Mitteln zu erzählen, indem sie mehrere Filmbeispiele analysieren und erste eigene Versuche zur Vorbereitung auf die dritte Projektphase erstellen.

Die Schüler sind in allen Phasen der Vorbereitung und Durchführung aktiv involviert, diskutieren Entscheidungen mit und wählen nach ihren Interessen Themen und Medien aus. Die Lehrer und außerschulischen Kollaborationspartner stehen ihnen dabei als Berater zur Seite.
Die Schüler planen ihre eigene Zeiteinteilung während der Gruppenarbeit und diskutieren den Ablauf der Präsentation. Somit übernehmen sie von Beginn an Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess und für das Projekt (siehe Unterthemenliste im Anhang und Ablaufplan).

Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf die zweite Begegnung sind Projekte zum Thema „Identitätsbildung“ und „Fremdheit“, dem Erfahrung von Fremdheit im Rahmen der Schule und Ausstellungen der Projektprodukte im Schulhaus und in der Bibliothek geplant. Außerdem werden Lektüren, Unterrichts- und Filmprojekte geplant, die die inhaltliche Arbeit am Projekt weiterbringen und die thematische Arbeit der Gruppen vertiefen. Die in Ostdeutschland gebräuchliche Tradition der Jugendweihe bietet eine weitere Möglichkeit der Auseinandersetzung, ebenso wie die Teilnahme an sozialen und interkulturellen Projekten der AG Courage. Einzelne Schüler führen Individualaustausche durch.

Nach der Auswertung der ersten Begegnung und der Projektarbeit in Gesprächen und in schriftlicher Form, arbeiten die Schüler im Rahmen des Unterrichts an der inhaltlichen und sprachlichen Vertiefung ihrer Unterthemen. Diese tauschen sie via Wikispace, Skype, Email und Paketen (Feiertage, Travel Buddy, Jugendweihe) aus. Außerhalb des Unterrichts präsentieren sie die Ergebnisse ihrer Projektarbeit als Ausstellung und stellen diese im Unterricht anderer Klassen vor.
Sie erstellen Collagen und führen Umfragen zum Thema des Verhältnisses und der Probleme im Umgang zwischen Jungen und Mädchen an der jeweiligen Schule durch und präsentieren diese in der Bibliothek (Projektthemenbereich).

Die Schülerinnen sind in allen Phasen des Austausches und der Projektarbeit aktiv eingebunden und wählen die zu bearbeitenden Themen und Medien möglichst selbstständig. Die Lehrer und außerschulischen Kooperationspartner stehen ihnen dabei beratend zur Seite. Somit übernehmen die Lernenden von Anfang an Verantwortung für ihren Lernprozess, ihren Austausch und ihre Projektarbeit.

Begegnung

Die zweite Begegnung beinhaltet ein von den Schülern, Lehrern und außerschulischen Partnern zusammengestelltes Programm mit Exkursionen und drei Projekttagen (siehe Programm im Anhang). Dabei ist je eine Schülergruppe auch für die Ausgestaltung eines Programmpunkts verantwortlich, wie der Planung des Willkommensfrühstücks und Schulführung, sowie der Dokumentation des Austausches und der Projektarbeit. Der gemeinsame Unterrichtstag sowie projektgebundene Exkursionen sollen weitere thematische, künstlerische und technische Anleitung und Inspiration liefern.

Den inhaltlichen Input zum Thema bildet die Einführung durch Sabine Michel zur Interview- und Gesprächstechnik, sowie filmischer Sprache, eine Führung im Deutschen Hygienemuseum und ein Projekt des Courage e.V. oder Move-It-Filmfestivals. Um die Gruppen arbeitsfähig zu machen, werden Teambuildingaktivitäten vorangestellt.  Dann arbeiteten die Gruppen, mit Unterstützung durch das Lehrerteam zwei Tage selbstständig. In binationalen Projektgruppen, bestehend aus 4-8 Schülern, wird die zeitliche, materielle, technischen und räumliche Planung selbstständig vorgenommen. Selbst die Planung des Präsentationsabends liegt in der Hand der Schüler, sowie die Entscheidung für deren Präsentationsform.

Die Schülerinnen sind in allen Phasen des Austausches und der Projektarbeit aktiv eingebunden und wählen die zu bearbeitenden Themen und Medien möglichst selbstständig. Die Lehrer und außerschulischen Kooperationspartner stehen ihnen dabei beratend zur Seite. Somit übernehmen die Lernenden von Anfang an Verantwortung für ihren Lernprozess, ihren Austausch und ihre Projektarbeit.

Nachbereitung

Die Auswertung und Nachbereitung der Begegnung soll sowohl in Form von Gesprächen als auch schriftlich erfolgen und sich sowohl auf das Programm, die Projektarbeit als auch die Phasen zwischen der Begegnung beziehen. Bei der Evaluation sind die beteiligten Schüler und Lehrer auf Schulebene, sowie die Kooperation mit den außerschulischen Partnern und die Austauschfamilien gefragt.
Aus der Auswertung der Ergebnisse werden Maßnahmen für die Verbesserung der Folgejahre abgeleitet und schriftlich fixiert, um aufgetretene Probleme für die Weiterführung vermeiden zu können.

Die Schüler werden in Form von Fragebögen befragt, können sich in Diskussionsrunden äußern und geben sich gegenseitig ein Feedback über ihre Partizipation im Rahmen des Austausches. Im Wikispace schreiben sie ihre Meinung zusammenfassend für die Austauschpartner nieder und stellen weiterführende Fragen.
Außerdem soll der aus der gemeinsamen Arbeit entstandene Dokumentarfilm fertiggestellt, beworben und in verschiedenen Kontexten vorgestellt werden. Um dies zu gewährleisten, müssen die Schüler sich über das Ziel ihrer Weiterarbeit einig werden.

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