Sprachphilosophie - Die Macht der Sprache - Deutsch-Französisches Philosophie-Projekt

Philosophie du langage - Le pouvoir du langage - Projet Franco-Allemand de Philosophie

Zeitraum: 2017 / 2018

Sickingen-Gymnasium Landstuhl · Landstuhl · Rheinland-Pfalz
12 Schüler*innen · 16 - 17 Jahre
Lycée Franco-Allemand Buc · Buc · Versailles
9 Schüler*innen · 16 - 17 Jahre

  • Deutsch-französische Beziehungen
  • Fremdsprachen
  • Geschichte / Traditionen
  • Identitätskonstruktion
  • Interkultureller Dialog
  • Kulturelles Erbe / regionale Identität
  • Medien / Kommunikation

Die Schüler erstellen gemeinsam ein Philosophiebuch als multimediales E-Book, in dem sie verschiedene Aspekte zum Thema vorstellen: Welche Macht übt die Sprache auf unser Denken aus? Was bedeutet dies für die Vielfalt der Sprachen? Wirkt sie trennend oder verbindend? Was ist ein Zeichen? Wie verstehen wir etwas? Welchen Rolle spielt die Schrift? Welche Macht hat die Sprache im Rahmen der Versöhnung zwischen Menschen und Kulturen? Wie wirkt Sprache im Alltag? Woher kommt Bedeutung? Welche Macht hat die Sprache in der Politik? Es ist uns wichtig, dass die Schüler selbstständig eine Auswahl treffen und die Themen unterschiedlich bearbeiten (Philosophisches Schreiben, Plakate, Eklärvideos, Collagen etc). Die Schüler sollen das elektronische Philosophiebuch nicht nur inhaltlich, sondern auch graphisch selbst gestalten. und durch Videos und Photos illustrieren. Das Projekt ist bereits das dritte der beiden Schulen und findet im Februar 2018 in Deutschland in Neustadt an der Weinstraße statt.

Das deutsch-französische Philosophie-Projekt ist sehr wahrscheinlich das erste Projekt überhaupt, bei dem eine französische Philosophieklasse mit einem Leistungskurs Philosophie zusammentrifft. Dabei ist es besonders interessant, dass der Philosophieunterricht in Frankreich für alle SchülerInnen verpflichtendes Hauptfach ist und bereits eine lange Tradition hat. Der Austausch über didaktische und methodische Konzepte der beteiligten Lehrkräfte ist dabei genauso fruchtbar wie die Erfahrungen, die die SchülerInnen mit den Unterrichtsmethoden des jeweils anderen Partnerlandes machen können. Etwa können die deutschen SchülerInnen lernen, wie man eine philosophische „dissertation“ schreibt, während die französischen Schüler Erfahrungen mit handlungsorientierten und schülerzentrierten Unterrichtsformen machen, wie sie in Deutschland üblich sind. Zur Vorbereitung und Durchführung des Projekts stehen auf deutscher Seite Ipads zur Verfügung, die der Schulträger leihweise zur Verfügung stellt.

Aktivitäten


Vorbereitung

Im Vorfeld des Projekts beschäftigen sich die Schülerinnen auf deutscher Seite mit Texten zur Sprachphilosophie, wobei mit der bei Reclam erschienenen Textsammlung „Texte zur Sprachphilosophie“ gearbeitet wird. Die französischen Schülerinnen werden sich ebenfalls im Philosophieunterricht mit Sprachphilosophie befassen. Über die Lernplattform bekommen die SchülerInnen gemeinsam zu bearbeitende Aufgabenstellungen mit dem Ziel, die Schülerinnen zu gemeinsamem Philosophieren zu motivieren. Die Ergebnisse können als Chatprotokoll auf der Lernplattform veröffentlicht werden.

Die SchülerInnen veröffentlichen auf der Lernplattform alle Texte, die im Vorfeld des Projekts entstehen, insbesondere auch Essays bzw. „dissertations“ oder auch Textkommentare.
Über Chat können die SchülerInnen schon im Vorfeld gemeinsam klären, mit welchen Fragestellungen und Problemen sie sich besonders befassen möchten und welche Produkte die gemeinsam erstellen möchten. Zur Orientierung erhalten die SchülerInnen eine Übersicht mit Vorschlägen, welche Produkte sie zum Beispiel erstellen könnten. Die SchülerInnen können so auch Beiträge zur Gestaltung des Programms beitragen. Auf beiden Seiten werden die Texte jeweils in der Gruppe mit den Lehrkräften besprochen.

 

Die Schüler wählen sich im Verlauf der Vorbereitungsphase Themenstellungen aus, die sie besonders interessieren. Sie können auf der Lernplattform Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten machen. Dazu wird ihnen auch ein Überblick über möglich Themen und Arbeitsformen zur Verfügung gestellt. Die Schüler schlagen vor, wie die auf den iPads zur Verfügung stehenden Apps kreativ zu nutzen sind. Die Schüler erhalten nach den Weihnachtsferien das Skript zum Projekt mit Texten und Materialien und können im Vorfeld bestimmen, womit sie sich befassen möchten bzw. Vorschläge für Ergänzungen und Änderungen machen.

Begegnung

Während der Begegnung wechseln sich gemeinsamer Unterricht und Freiarbeitsphasen ab. Bei den letzten Projekten hat sich bereits gezeigt, dass es für die SchülerInnen wie auch für die beteiligten Lehrkräfte interessant ist zu erfahren, wie Philosophie im Nachbarland unterrichtet wird. Daher hält jede beteiligte Lehrkraft eine didaktisch und methodisch exemplarische Stunde, die gleichzeitig thematisch eine Freiarbeitsphase vorbereitet. Für das Projekt erhalten alle Teilnehmer ein Skript mit Text, Materialien und Arbeitsblättern, das produktorientierte Anregungen zur Freiarbeitsphasen Gestaltung der Freiarbeitsphasen enthält.

Während der Begegnung wechseln sich Freiarbeitsphasen, in denen die Schüler gemeinsam philosophieren, philosophische Texte schreiben und mit dem iPad kreative mediale Beiträge erstellen mit Unterrichtsphasen im Plenum ab. Am Samstag wird Dr. Jonas Pfister von der Universität Münster einen Workshop zum philosophischen Schreiben zu dem Thema „Was ist eine Lüge?“, anbieten.
Jeden Abend ist eine Stunde „Deutsch-Französisches Philosophieren“ eingeplant, während der im Plenum und/oder in Gruppen auch die Möglichkeit zum Austausch über die Unterrichtserfahrungen besteht. In den Freiarbeitsphasen erstellen die SchülerInnen gemeinsam Texte, Plakate, Videos, Collagen, etc..

Die Schüler können zwischen verschiedenen Aktivitäten wählen und bestimmen, welche Produkte sie zu dem Projekt beitragen. Da es auch um das Essayschreiben geht, sollen im Verlauf des Projekts auch philosophische Texte entstehen, die im gemeinsam erstellten Philosophiebuch veröffentlicht werden können. Die Gestaltung dieses E-Books sollen die Schüler selbstständig bestimmen. Die Aktivitäten und Unterrichtsformen sollen schülerzentriert und handlungsorientiert sein. Am Ende jeder Phase des Projekts sollen die Schüler Produkte stehen, wobei die Schüler selbst entscheiden können, was sie beitragen möchten.

Nachbereitung

Am letzten Tag des Projekts findet eine Abschlussbesprechung statt. Hier werden die Äußerungen der SchülerInnen zum Projekt gesammelt und zur Berücksichtigung bei der Gestaltung der nächsten Projektwoche festgehalten. Die SchülerInnen füllen online auf der Lernplattform einen Evalutionsbogen aus, der dann ausgewertet wird. Mit Vorschlägen zur nächsten Projektwoche können die SchülerInnen zur Gestaltung des Gegenbesuchs in Frankreich beitragen. Eine gemeinsame Nachbereitung des Projekts durch die beteiligten Lehrkräfte findet telefonisch und über Internet auch mit Blick auf das nächste Projekt beim Gegenbesuch in Frankreich statt.

Das vollständige E-Book wird zunächst auf der Lernplattform zugänglich gemacht, so dass die SchülerInnen vor der Veröffentlichung noch Verbesserungsvorschläge machen bzw. es bearbeiten können. Es wird dann auf den Internetseiten der beiden Schulen und natürlich auch auf der Seite des OFAJ veröffentlicht.

Über Internet können die deutschen und französischen Schüler z.B. im Chat ihre Eindrücke über das Projekt austauschen und auf der Internetplattform Verbesserungsvorschläge machen.

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