Weimar – europäischer Erinnerungsort?

Weimar – un lieu de mémoire européenne?

Zeitraum: 2021 / 2022

Gymnasium Süderelbe · Hamburg · Hamburg
9 Schüler*innen · 16 - 19 Jahre
Lycée Salvador Allende · Hérouville Saint-Clair · Caen
21 Schüler*innen · 16 - 19 Jahre

  • Deutsch-französische Beziehungen
  • Europa
  • Gedenk- und Erinnerungsarbeit
  • Geschichte / Traditionen
  • Identitätskonstruktion
  • Interkultureller Dialog
  • Kulturelles Erbe / regionale Identität
  • Kunst
  • Literatur

Weimar ist eine deutsche Stadt mit einer ganz besonderen historischen und literarischen Prägung. Rückt sie damit nur in das deutsche Geschichtsbewusstsein? Wir behaupten, das ist nicht der Fall. Auch in Weimar lassen sich Spuren nicht nur deutscher, sondern auch französischer und gar europäischer (Literatur-)Geschichte finden. Auf diese Spuren möchten wir uns mit unseren beiden Lerngruppen aus Caen und Hamburg begeben. Die Schüler*innen sollen in deutsch-französischen Tandems unterschiedliche Aspekte und Perspektiven der gemeinsamen Erinnerungskultur in Weimar erkunden und sich durch die Methode Lernen durch Lehren gegenseitig ihre Erkenntnisse präsentieren und darlegen. Am Ende des Projekts soll eine kollaborative Pinnwand entstehen (bspw. über Flinga), die wie ein Kaleidoskop fungiert und den Lernenden damit einen multiperspektivischen Blick auf die Stadt Weimar ermöglicht.

Das innovative Charakter dieses Projekts besteht darin, die Schüler*innen selbst die Drittbegegnung gestalten zu lassen. Durch die Methode Lernen durch Lehren ergibt sich eine hohe Verbindlichkeit für die Tandemgruppen. Sie müssen nicht nur ihr Thema ganz genau erarbeiten, sondern sich vertieft damit auseinandersetzen, sodass sie das Thema ihren Klassenkamerad*innen und Austauschpartner*innen schlüssig präsentieren können. Dies bedeutet, dass sie sehr strukturiert und kreativ vorgehen, sich aber in der Durchführung flexibel zeigen müssen. Drei Softskills, die heutzutage in der Schul- und Arbeitswelt unabdingbar sind. Die Methode Lernen durch Lehren (kurz: LdL) „ist eine schüler*innenzentrierte, kooperative Unterrichtsmethode, welche eine selbstständige und eigenverantwortliche Planung und Durchführung von einzelnen Unterrichtseinheiten (»Präsentationen«) durch Schülerinnen und Schüler unter Anleitung eines Lehrenden beinhaltet. Wesentlicher Bestandteil ist die Übertragung von möglichst vielen Aufgaben und Funktionen des Lehrenden an die jeweiligen Lernenden, wobei der Lehrende während des gesamten Prozesses als Begleiter bzw. Supervisor fungiert und die Ausführungen der Lernenden überwacht. Die Methode basiert auf der Vorstellung, dass Lernende selbst nachhaltiger lernen, wenn sie anderen Lernenden etwas erklären bzw. diese unterrichten.“ (Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Studierende; Thomas Prescher: „Lernen durch Lehren“ in: Glossar von Didagma, URL: Lernen durch Lehren – Didagma (uni-kl.de), zuletzt aufgerufen am 04.11.2021). Des Weiteren wird das digitale kollaborative Tool (Flinga o.ä.) für die meisten Teilnehmer*innen neu sein. Auch die Benutzung von solchen Präsentationswerkzeugen zwingt die Schüler*innen dazu, ihr Lernen zu strukturieren, was eine Reflexion dessen voraussetzt.

Aktivitäten


Vorbereitung

  • Kennenlernen der Schüler*innen und Gruppenbildung
  • Einführung in die Thematik
  • Erarbeitung einzelner Leitfragen für die jeweiligen Ateliers
  • Kennenlernen der LdL Methode
  • Festlegung eines Erinnerungsorts in Weimar (und Umgebung) passend zur Leitfrage > evtl. Buchung von Besichtigungen

Erste Vorbereitungen der Ateliers (Leitfragen und Erinnerungsort festlegen).

LdL-Methode

Begegnung

  • Vorbereitung und Durchführung eines Ateliers nach der LdL-Methode
  • Tägliche Reflexion an der kollaborativen Pinnwand: "Inwiefern habe ich heute meine Gedenkenpflicht erfüllt?" > Wahrnehmung und Kommentieren der Reflexion anderer Teilnehmer*innen
  • Durch in Ateliers organisierten Besichtigungen und Erkundungen wird die Stadt Weimar und ihre (auch Kultur-)Geschichte erfasst

Vorbereitung und Durchführung eines Ateliers nach der LdL-Methode. Kollaborative Pinnwand.

Durch die LdL-Methode und die Beteiligung in den einzelnen Ateliers.

Nachbereitung

Gemeinsam Bilanz ziehen am letzten Nachmittag. Auswertung der kollaborativen Pinnwand (Inhalt). Feedback zum Projekt und ihrer Methodik (Form), Evaluation mit dem Tool i-eval als Umfrage .

Persönliche Reflexion und Feedback an die Lehrergruppe. Ergänzung der Umfrage i-eval.

Rückmeldung zur Pinnwand durch Priorisierung: Bepunktung der Anmerkungen (zB. rot = "Finde ich besonders wichtig", blau = "Ging mir auch so" o.ä.). Die Feedbackmethode ist noch nicht festgelegt. Möglichkeiten: Handzeichnung (5-Finger-Methode), Edkimo, Meinungsbarometer.

Medien