Der Mensch in der Natur

L'homme et la nature.

Zeitraum: 2015 / 2016

Gymnasium Schloss Plön · Plön · Schleswig-Holstein
17 Schüler*innen · 16 - 17 Jahre
Lycée Louis Lapicque · Épinal · Nancy-Metz
17 Schüler*innen · 15 - 17 Jahre

  • Europa
  • Interkultureller Dialog
  • Jugend und Zukunft
  • Kunst
  • Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Die Regionen, in denen die beiden Partnerschulen liegen, werden auf sehr unterschiedliche Weise von der Natur geformt. Die deutsche Partnerschule liegt in Plön und damit in der Holsteinischen Schweiz, inmitten einer Landschaft, die von einer Vielzahl an Binnenseen und der Lage zwischen Nord- und Ostsee geprägt wird. Die französische Schule befindet sich in Epinal, also inmitten einer von Wäldern und dem Mittelgebirge der Vogesen geprägten Gegend. Im Rahmen des gegenseitigen Besuches sollen die Schülergruppen nicht nur den anderen Lebensraum durch verschiedene Aktivitäten, Ateliers und Ausflüge erkunden und erfahren, sondern sich auch aktiv mit den interkulturell unterschiedlichen Sichtweisen auf Umwelt, Umweltschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen. Der Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg soll den Schülerinnen und Schülern die internationale Bedeutung der Thematik verdeutlichen.

Natürliche Ressourcen und Umweltschutz sind Themen, die den SchülerInnen aus den Nachrichten und dem Unterricht bekannt sind. Anders als z.B. durch die Nachrichten vermittelt, soll der Zugang bei diesem Ansatz nicht über den Aspekt der (Zer-)Störung, sondern vielmehr über das eigene Erleben, über emotionale, ästhetische, produktive oder auch analytische Herangehensweisen, erfolgen. Der rote Faden, der sich durch beide Begegnungen zieht, ist das Erleben der Natur. Der Leitgedanke ist hier, dass das was der Mensch positiv erlebt für ihn schützenswert ist. Eingebettet wird das jeweils individuelle Erleben in übergeordnete Aspekte. Durch die verschiedenen Aktivitäten und Unternehmungen, die sowohl naturwissenschaftliche, technische als auch politisch-gesellschaftsrelevante Aspekte einbringen, wird das individuelle Erleben in einen übergeordneten Kontext gestellt und die SchülerInnen lernen nicht nur die Partnerregion kennen, sondern auch ihre Heimatregion aus einer neuen Perspektive.

Aktivitäten


Vorbereitung

Zuordnung der Austauschpartner, Kontaktaufnahme durch Emails: Gegenseitiges Vorstellen
Die SchülerInnen sollen während der Vorbereitungsphase einen Fragebogen u.a. zum Thema Umwelt und Naturschutz ausfüllen, mit dessen Hilfe sich nach den Begegnungen evaluieren lassen soll, ob sich die Einstellungen der SchülerInnen verändert haben.

Da die SchülerInnen in beiden Schulen aus unterschiedlichen Klassen kommen, wird die Kontaktaufnahme in die Eigenverantwortung der Austauschpartner gegeben. Sie werden aufgefordert sich gegenseitig über persönliche Vorlieben, Hobbies etc.und verschiedene Aspekte des Schul- und Familienlebens im jeweils anderen Land zu befragen.

Begegnung

1. Kennenlernfrühstück und Abschiedsfeier mit Projektvorstellung.
2. Ausflüge: a) Besichtigung eines Windparks, b) Besuch einer Meeresstation, c) Segeltour auf dem Großen Plöner See
3. Ateliers: a) Atelier scientifique: Untersuchung der Gewässergüte des Großen Plöner Sees, b) Atelier arts plastiques: Mode aus Müll - Herstellen von Kleidungsstücken aus ungewöhnlichen/nicht mehr benutzten Materialien, c) Atelier photo: Naturfotographie in der Plöner Umgebung mit kleinen versteckten typisch französischen Gegenständen, d) Atelier documentation: Berichte und Fotos von den Ausflügen und Aktivitäten zusammentragen und in ein Produkt (Präsentation und/oder kleine Zeitung) umwandeln.

Ein gemeinsames Frühstück mit Kennlernaktivitäten und der Wahl der Ateliers dient dem Kennenlernen und Abbau von Hemmungen
In den Ateliers und den Ausflügen arbeiten die SchülerInnen in binationalen Tandems und/oder Gruppen zusammen, um ihre unterschiedlichen Perspektiven einfließen zu lassen bzw. um sich den spezifischen Wortschatz des Themenfeldes durch die Zusammenarbeit anzueignen und gemeinsam ein Produkt zu erarbeiten.
Die SchülerInnen können je nach individueller Neigung ein Atelier wählen und werden sich dort in Gruppen von 6-10 SchülerInnen intensiv mit dem jeweiligen Schwerpunkt auseinander setzen können. Präsentation und Dokumentation erfolgen in beiden Sprachen.

Begegnung

Vorgesehen sind künstlerische sowie naturwissenschaftliche Ateliers. In der Kunstgruppe werden mit wiederverwertbarem Müll Schattenbilder kreiert und dann fotografiert.  In der Musikgruppe soll aus Müll Schlagzeug hergestellt werden, auf dem die Schüler dann spielen. In einer Ingenieurschule nehmen sie an  wissenschaftlichen Entdeckungsateliers teil. Das Foto-atelier dokumentiert die Aktivitäten und macht Partnerfotos.  Hinzu kommen Ausflüge: Besuch eines pädagogischen Biobauernhofs im Mittelgebirge , wo die Schüler an Umweltateliers teilnehmen; Besichtigung des Europäischen Parlaments in Straßburg .Außerdem gibt es eine Mountainbike- Tour und eine Wanderung in den Hochvogesen.

Auch während dieser zweiten Begegnung werden die Schüler ein Atelier wählen und darin  in binationalen Kleingruppen von ca 8 Schülern arbeiten. Jede Gruppe erarbeitet ein Projekt, das sie zum Schluss an einem bunten Abend präsentiert.

Begegnung

Nach den Begegnungen werden in Nachtreffen die Begegnungen evaluiert. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit mitzuteilen, welche Stärken und Schwächen sie in Organisation und Ablauf der Begegnungen gesehen haben und welche besonderen Eindrücke sie mit den Begegnungen verbinden. Außerdem wird wieder durch einen Fragebogen die Einstellung zu verschiedenen Fragen des Umweltschutzes erhoben.

Die SchülerInnen werden in Gruppen ihre Eindrücke sammeln und konstruktives Feedback geben (Moderationsmethode). Diese Nachbearbeitung zielt darauf ab, die Erlebnisse auf verschiedenen Ebenen zu kognitivieren, indem die Schülerinnen und Schüler sie versprachlichen. Auf diese Weise bleiben die Erlebnisse nicht nur diffuse Wahrnehmungen, sondern können gemeinsam reflektiert werden. Auch (interkulturelle) Missverständnisse sollen auf diesem Wege ausgeräumt werden. Die Evaluationsbögen werden individuell ausgefüllt und von den Lehrkräften ausgewertet. Die Ergebnisse teilen die Lehrkräfte der beiden Schulen einander mit, um sie in die Planung der nächsten Begegnung einfließen zu lassen.

Medien