Faszination für europäische Industrielandschaften: Lost places?

Fascination des friches industrielles: abandon de 'lost places' ou nouveaux filons touristiques?

Zeitraum: 2015 / 2016

Gymnasium am Kothen · Wuppertal · Nordrhein-Westfalen
26 Schüler*innen · 14 - 16 Jahre
Lycée Camille Sée · Colmar · Strasbourg
26 Schüler*innen · 15 - 16 Jahre

  • Architektur und Städtebau
  • Fremdsprachen
  • Geschichte / Traditionen
  • Industrie / Wirtschaft / Arbeitswelt
  • Interkultureller Dialog
  • Kulturelles Erbe / regionale Identität
  • Medien / Kommunikation
  • Umweltschutz und Nachhaltigkeit
  • Wissenschaft und Technik

Wie prägen Industrie und Bergbau die Landschaft? Was soll aus der industriellen Vergangenheit in innovativen und umweltbewussten Wirtschaftsräumen werden? Durch die Untersuchung unterschiedlicher Modelle (Landschaftspark Duisburg, Lost Places Kaliwerk, Museum Zeche Zollverein) sollen die Schüler angeregt werden, die industriellen Orte vor dem Hintergrund des Strukturwandels in einem interaktiven Prozess zu erkunden und sich kritisch und kreativ mit ihnen auseinanderzusetzen.

Neu und innovativ wird der Blickwinkel auf beide Regionen sein. Das Ruhrgebiet ist eng mit dem Mythos des „Kohlenpotts“ behaftet. Klischeehaft ausgedrückt besteht die Region aus grauen Großstädten, stillgelegten Zechen und Hochöfen und Arbeiterstädten. Durch unser Projekt wird gemeinsam erlebt, wie die Industrieregion Ruhrgebiet den Strukturwandel vollzieht. Die Besichtigung des Thyssen-Werks und der Landschaftspark Duisburg zeigt, wie pragmatisch und orientiert am Tourismus das Erbe des „Potts“ weitergelebt wird, um eine Brücke zur Gegenwart zu schlagen.
Gegensätzlich verhält es sich beim Gegenbesuch in Colmar. Mit dem Schwerpunkt der Industriekultur lernen die Schüler das Elsass unter ganz anderen Gesichtspunkten kennen, als es klassischerweise der Fall ist.
Innovativ ist zudem die Verwendung bildgestützter Medien. Bei der Produktion von Foto- und kleinen Videobeiträgen soll auch die Perspektive entscheidend sein. Schüler veranstalten am Ende des Projekts eine Vernissage.

Aktivitäten


Vorbereitung

Mithilfe der modernen Medien sollen die deutsch-französischen Kontakt nehmen, Kommunikationsstrategien üben und gemeinsam ein vocabulaire de survie in beiden Sprachen erarbeiten. Im Rahmen von Rollenspielen sollen außerdem einige typische Situationen eines Austauschs vorbereitet werden. Inhaltlich wird ein Hauptpunkt der Vorbereitung auf dem Einstieg in den Themenbereich Industrialisierung liegen. Hier soll vor allem die historische Perspektive der Entwicklung im Vordergrund stehen.In der Vorbereitungsphase wollen wir die Schüler miteinbezeiehen, damit sie sich zunächst über die unterschiedlichen Aktoren im Wirtschaftsraum und im Kulturbetrieb informieren und sie selber kontaktieren.

Nach der virtuellen Kontaktaufnahme durch Emails und soziale Netzwerke wollen wir den deutsch-französischen Tandems sprachliche und inhaltliche Aufgaben geben, damit sie Kommunikationsstrategien üben und sich inhaltlich austauschen.
Jede Gruppe soll mit Rollenspielen auf einige typische Situationen eines Austauschs vorbereitet werden und somit den Schülerinnen und Schülern eine erste Möglichkeit bieten, das Überlebensvokabular anzuwenden. Diese gezielte Vorbereitung trägt dazu bei, Konflikte vor Ort zu minimieren und die Schüler werden selbstbewusster,  um kleinere „Probleme“ eigenständig zu lösen. Inhaltlich werden die Austauschwochen durch eine Annäherung an das Projektthema vorbereitet.

Begegnung

Durch unser Projekt wird gemeinsam erlebt, wie die Industrieregion den Strukturwandel im Elsass vollzieht. Der Besuch des musée du train oder des Kaliwerks in Mulhouse verdeutlichen die industrielle Entwicklung im 19. Jh, vor allem in der Gegend um Mulhouse. Das umstrittene Projekt zur Rehabilitierung der Kaliruine Carreau Rudolphe wird mit Mitgliedern des Vereins diskutiert und bietet den Schülern die Möglichkeit, sich mit dem Begriff "Industriekultur" auseinanderzusetzen. In einem Fotowettbewerb  inszenieren sich die Schüler auf den Spuren der industriellen Vergangenheit, in der Stadtrallye Die Besichtigung der EDF-Wasserkraftanlage zeigt, wie die Region eine Brücke zur Gegenwart schlägt.

Während der Ausflüge sorgen wir dafür, dass stets gemischte deutsch-französische Gruppen gebildet werden, so dass der zweisprachige Ansatz gefördert wird. Mit Hilfe von Fragebögen, Interviews, Stadtrallyes, einem Fotowettbewerb möchten wir die Schüler dazu aufregen, sich informativ und kreativ mit dem Thema auseinanderzusetzen. In den Gastfamilien erstellen die Tandems z.B. ein deutsch-französisches Kochbuch.
Somit sammeln sie nicht nur Materialen sammeln, sondern arbeiten Ergebnisse aus, die zwischen den Begegnungen ausgearbeitet werden. Die Endprodukte werden in Tandems oder in Kleingruppen in der Schule und in der Gastfamilie vorbereitet, um am Ende der Woche ausgestellt zu werden.

Nachbereitung

Die Nachbereitung des Schüleraustauschs wird auf zwei Ebenen stattfinden. Als wichtigstes Element der Nachbereitung werden wir die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in Form von Feedbackrunden sammeln. Neben einem freien Austausch soll zudem eine kriteriengestützte Evaluation des Austauschs stattfinden, anhand derer wir ermitteln können, welche Aspekte sich besonders bewährt haben und welche Bereiche verbessert werden müssten. Dann werden wir deutsch-französischen Kollegen unsere Rückmeldung aus den beiden Ländern vergleichen und die Punkte überdenken bzw. verbessern, die sich nicht bewährt haben. Wir möchten auch den Vereinen, Firmen, Partnern eine Rückmeldung geben.

Jede Gruppe wird ein Feedback geben, die Rückmeldungen werden dann ausgetauscht um zu überlegen, was verbessert werden kann. In sprachlicher und inhaltlicher Hinsicht werden die Ergebnisse des Projekts ausgebaut, im Fremdsprachenunterricht, in Geschichte und Erdkunde werden die Schüler als neue "Experten" in den Themengebieten Industrialisierung, Raumplanung und Tourismus. Wir wünschen natürlich, dass die Schüler in Kontakt bleiben und dass unsere Schule ihr Austauschprogramm ausbauen können. Eine spätere Drittortbegegnung im Jahre 2017 wird nicht ausgeschlossen!

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