Alte und neue Formen politischer Partizipation in Deutschland und Frankreich

Anciennes et nouvelles formes de participation politique en France et en Allemagne

Zeitraum: 2016 / 2017

Gymnasium Süderelbe · Hamburg · Hamburg
11 Schüler*innen · 17 - 18 Jahre
Lycée Salvador Allende · Hérouville St Clair Cedex · Caen
22 Schüler*innen · 16 - 17 Jahre

  • Interkultureller Dialog
  • Jugend und Zukunft
  • Medien / Kommunikation

Die Schüler sollen sich mit bestehenden und neuen Formen und Möglichkeiten der politischen Teilhabe in Deutschland und Frankreich befassen. Nach der theoretischen Erarbeitung des Themas im Unterricht sollen sie in Berlin sowohl die politischen Institutionen und ihre Arbeit kennenlernen als auch Beispiele alternativer politischer Partizipation erarbeiten, indem sie in deutsch-französischen Kleingruppen ein zuvor vorbereitetes Expertengespräch führen und das von ihnen gewählte Beispiel in Form eines zweisprachigen Kurzfilms darstellen.

Mit dem Projekt soll erreicht werden, dass die Schüler die Funktionsweise der politischen Systeme beider Länder kennen. Darüber hinaus sollen sie sich mit Problemen wie wachsender Politikferne und sinkender Wahlbeteiligung befassen und vor diesem Hintergrund Beispiele für neue Formen politischer Partizipation erarbeiten (z.B. Bürgerhaushalte). Sie sollen ein Bewusstsein für die Möglichkeiten entwickeln, sich an politischen Prozessen zu beteiligen.

Das Projekt ist insofern innovativ, als es sich auf der inhaltlichen Ebene mit neuen und alternativen Formen politischer Partizipation befasst und den Schülern ihnen bislang unbekannte Möglichkeiten aufzeigt, sich politisch zu beteiligen. Es ist weiterhin innovativ, weil die inhaltliche Vorbereitung des Projekts im Unterricht beider Gruppen parallel vor ihrer ersten Begegnung verläuft und die Schüler dabei neue Technologien und internetbasierte Austauschplattformen anwenden. Neben parallel abgehaltenen Projektwochen sollen die Schüler zudem auf der Ebene der deutsch-französischen Kleingruppen an ihren Teilthemen arbeiten. In der Umsetzung ist das Projekt innovativ, weil es auf eine Mischung aus Gemeinschaftsaktivitäten in der Gesamtgruppe und Unternehmungen zur Umsetzung der Arbeitsvorhaben auf der Ebene der Kleingruppen setzt. Auch das Erstellen der Kurzfilme (in deutscher Sprache mit französischen Untertiteln oder andersherum) hat innovativen Charakter.

Aktivitäten


Vorbereitung

Die Vorbereitungsphase wird so organisiert sein, dass der für das Projekt relevante Stoff in parallel in beiden Schulen abgehaltenen Projektwochen erarbeitet wird (siehe Anlage). Bevor sich die Schüler im Oktober in Berlin treffen, sollen auf diese Weise alle Vorbereitungen getroffen sein, von den theoretischen Grundlagen (politische Theorien) bis zur Fertigstellung der Fragen, die die Schüler „ihrem“ Experten in Berlin stellen wollen.

In der ersten Projektwoche sollen die beiden Gruppen den ersten Kontakt zueinander aufnehmen. Sie erarbeiten auf der Grundlage der Fragen der letzten Shell-Studie (2015) sowie eines französischen Pendants (z.B. Génération what?) eine Umfrage, führen diese in ihren Gruppen durch und vergleichen die Ergebnisse. Die Kommunikation der beiden Gruppen verläuft per Internet. In der vierten Projektwoche werden verschiedene Kritiken sowie neue Beispiele politischer Partizipation behandelt. Die Schüler entscheiden sich für ein Teilthema (z.B. Bürgerhaushalte) und bilden deutsch-französische Kleingruppen (ca. 3 Personen), in denen sie von da an arbeiten werden.

Die Schüler spielen in dem Projekt insofern eine aktive Rolle, als sie eigenständig Informationen über das von ihnen gewählte Beispiel recherchieren müssen (sie können auch von sich aus ein Beispiel vorschlagen). Sie müssen zudem das Expertengespräch vorbereiten und zu diesem Zweck gezielte Fragen vorbereiten, was angesichts der räumlichen Distanz, die zwischen ihnen besteht, die Notwendigkeit einer guten Selbstorganisation mit sich bringt.
In Berlin führen die Schüler dann das Expertengespräch durch, werten es aus und integrieren ihre Erkenntnisse in den zu drehenden Kurzfilm.

Begegnung

Während der Begegnung in Berlin werden die Schüler die Institutionen der Berliner Republik kennenlernen (Bundestag, Bundesrat und Bundeskanzleramt), an einem Gespräch mit Hamburger Bundestagsabgeordneten sowie an einer Podiumsdiskussion mit Politikern teilnehmen. Geplant sind des Weiteren Besichtigungen, die ihnen Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus und der DDR bieten. Während der Woche gibt es einen Tag, an dem die Schüler ihre Expertengespräche abschließend vorbereiten und zwei Tage, an denen sie sie führen können. Im Anschluss haben sie einen Tag Zeit, ihre Kurzfilme zu erstellen, die dann am letzten Programmtag vorgestellt und diskutiert werden.

Während der Begegnung werden sich die Schüler z.T. in der Gesamtgruppe bewegen (Rahmenprogramm) und z.T. in ihrer Kleingruppe (wenn es darum geht, das Expertengespräch abschließend vorzubereiten, durchzuführen und in Form eines Kurzfilms auszuwerten). Sie greifen dabei auf Vorbereitungen zurück, die sie vor der Begegnung getroffen haben. Sowohl die  für die Schüler verpflichtende Makromethode des Expertengesprächs als auch das anzufertigende Lernprodukt (Kurzfilm) werden den Schülern beider Teilgruppen bereits im Vorfeld der Begegnung explizit und ausführlich erläutert, so dass gewährleistet ist, dass die Zusammenarbeit in den Kleingruppen vor Ort reibungslos funktioniert.

Insbesondere in den Phasen, in denen die Schüler an ihrem Teilthema arbeiten, spielen sie eine aktive Rolle, da jeder Einzelne für das Ergebnis, das die Gruppe erzielt, mitverantwortlich ist. Aber auch an der Durchführung des Rahmenprogramms werden die Schüler aktiv beteiligt, indem sie sich gezielt auf einzelne Programmpunkte vorbereiten und den anderen Schülern in Form von Kurzreferaten Informationen zur Verfügung stellen. Des Weiteren werden sie in die Moderation der Podiumsdiskussion und der anderen vorgesehenen Gespräche eingebunden.

Nachbereitung

Nach der Begegnung sollen einzelne Filme in den Unterricht integriert und die dort behandelten Aspekte genauer analysiert und ggf. vertieft werden. Des Weiteren sollen die während der Begegnung entstandenen Filme verwendet werden, um – etwa am Tag der Offenen Tür – die Arbeit des bilingualen Fachbereichs darzustellen. Die Filme werden sich weiterhin eignen, in den 10. Klassen für das bilinguale Oberstufenprofil zu werben.

Nachdem auf beiden Seiten einzelne Filme im Unterricht behandelt wurden, soll ein Austausch der beiden Gruppen hierüber stattfinden, der sich am besten über das Internet organisieren lässt. Auch soll das Projekt als Gesamtes in beiden Gruppen evaluiert und die Ergebnisse der jeweils anderen Gruppe bekannt gegeben werden.

Die Schüler sollen mitbestimmen dürfen, welche Filme im Unterricht behandelt werden. Dadurch, dass es sich um ihre eigenen Produkte handelt, werden diese zudem aufgewertet, was schätzungsweise die Motivation der Schüler stärken wird, sich vertiefend mit dem Themenaspekt auseinanderzusetzen.
Eine aktive Rolle spielen die Schüler auch dann, wenn sie ihre Arbeitsergebnisse in anderen Klassen präsentieren. Diese Präsentationen sollen ein Anlass für die Schüler der anderen Klassen sein, mit den Abibac-Oberstufenschülern ins Gespräch zu kommen und sie nach ihren Erfahrungen zu befragen.

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